Freiwillige Feuerwehr Bockfließ


6.Gesamtübung am 27.10.2017

 

FF Bockfließ
FF Auersthal
Rotes Kreuz Gänserndorf

49 Feuerwehrleute
ca. 28 Sanitäter
19 Verletzte

Jede gute Übung gehört natürlich im Vorfeld einmal durchorganisiert. Es ist nicht leicht alles so real darzustellen wie im Ernstfall. Aber mit den richtigen Leuten und etwas Vorstellungskraft schafft man eine ansehnliche Übung.
Was braucht man also für einen Verkehrsunfall mit einem Bus und vielen Verletzten? Einen alten Autobus der Wr. Linien und viele Statisten. Keine Problem wenn einem ein Bus angeboten wird, der schon die halbe Miete ist. Eine Aussendung um freiwillige Verletzte zu ordern, kein Problem im Ort. Jeder der Befragten war sofort bereit seinen Beitrag zu leisten und mitzuspielen.

Freitag um 15:00 Uhr war es dann soweit, das Bühnenbild wurde vorbereitet. Wir begannen einmal damit den Linienbus von der Kläranlage am Schlossplatz zu bringen. Da war bereits die erste Hürde zu bewältigen, der Bus war eingebremst und musste vorher mit Druckluft versorgt werden, damit sich die Räder wieder drehen. Normalerweise startet man den Bus und wartet bis genügen Luft vorhanden ist, um die Bremsen zu lösen. Unser Bus war aber nicht zu starten und so mussten wir Luft zuführen. Der angeschlossene Traktor konnte aber nicht genügen Luft liefern, somit wurde ein Kompressor zu Hilfe genommen. Nach kurzer Zeit konnte der Bus bewegt werden. Der Traktor wurde wieder vorgespannt und der Bus wurde zum Schlossplatz gezogen, natürlich mit Feuerwehrbegleitung zur Absicherung. Am Schlossplatz wurde dann noch einmal kurz beratschlagt wo und wie man den Bus nun umlegt. Dann wurde er in Stellung gebracht und vom Traktor abgehängt. Die Tanklöschfahrzeuge wurden aufgestellt, einer zum Absichern und der zweite zum Ziehen.
Es wurden rechts an den Rädern Rundschlingen (Schlupf) angebracht und auf die andere Seite geworfen. Auf der linken Seite wurden die beiden dann mit einer Kette zusammengehängt und mit der Seilwinde verbunden. Dadurch war gewährleistet dass der Bus ab dem Kipppunkt nicht umfällt und langsam umgelegt werden konnte. Auf der linken Seite wurden auch noch hinten und vorne Hebekissen zur Unterstützung eingesetzt. So nun war alles vorbereitet, und die Hebekissen wurden befüllt. Langsam bekam der Bus Schräglage und es lief hervorragend.
Es dauerte natürlich seine Zeit, aber irgendwann lag er nun da! Einige Vorbereitungen im Inneren des Busses waren dann noch von Nöten. Stangen wurden noch abgeschnitten und Sicherheitsvorkehrungen getroffen.
In der Zwischenzeit war es 17:00 Uhr geworden und die ersten Statisten fanden sich im FF Haus ein. Das Rote Kreuz kam mit professionellen Wund-Schminkern um unsere Freiwilligen mit viel Kunstblut und einem Briefing vorzubereiten.
Es hatte schon fast ein wenig von einem Filmset, offene Brüche, Stangen aus dem Bauch und jede Menge klaffender Wunden mit Glassplitter.
Um 18:15 Uhr wurden die Verletzten dann an den Ort des Geschehens gebracht und im Bus platziert.

19:00 Uhr die Alarmierung erfolgte und das Treiben konnte beginnen.
Der Einsatzleiter war am Unfallort eingetroffen und sondierte einmal die Lage. Rüst und Tank 1 waren gleich dahinter. Die Fahrzeugkommanten holten sich beim Einsatzleiter ihre Befehle und begannen mit der Menschenrettung. Die Fahrzeuge wurden in Stellung gebracht, die ersten Hilfsmassnahmen liefen an.
Vorrangig war natürlich genügend Licht um einen sicheren Ablauf zu gewähren. Vier Mann begannen die Windschutzscheibe des Busses herauszuschneiden um zu den Verletzten die laut um Hilfe schrien zu gelangen. In der Zwischenzeit war auch die FF Auersthal und das Rote Kreuz eingetroffen. Aus allen Fahrzeugen wurden Spreitzer und Schere in Stellung gebracht um schnell handeln zu können.
Leitern wurden herangeschafft um auf den Bus zu kommen. Am Heck des Busses wurde die Scheibe eingeschlagen um die Verletzten herauszubekommen. Die Verletzten wurden zur Sicherheit mit Decken bedeckt, damit keine weiteren Verletzungen zustande kamen. Kurz darauf konnten die ersten Personen aus dem Bus gebracht werden. Das Rote Kreuz übernahm und versorgte professionell. Überall am Bus wurde unter Druck heftig und rasch gearbeitet, alles wurde ausgelotet, wo man wen so schmerzfrei wie möglich abtransportieren konnte. Dann ein Schreckmoment, der Bus begann im Motorraum zu brennen. Atemschutzträger wurden ausgerüstet um die Sicherheit der Verletzten am Laufen zu halten.
Natürlich wurde eine Löschleitung zur Sicherung aufgebaut und der Brand war rasch wieder gelöscht.
Es wurde eine Arbeitsbühne neben dem Bus aufgebaut, es erleichterte die Arbeit und war sicherer als die Leitern.
Immer wieder wurden Verletze aus dem Bus gebracht und an die Sanitäter übergeben. Der anwesende Arzt hatte alle Hände voll zu tun. Schaufeltragen, Korbtragen und Bergetücher wurden von Hand zu Hand gereicht. Die Dachluken des Busses wurden herausgeschnitten um Verletzte abtransportieren zu können. Man kann sich eigentlich gar nicht vorstellen wie viele Stangen in einem Bus sind, bzw. wie einem die stören wenn der Bus liegt.
Die verunfallten Personen wurden vom Roten Kreuz gut erstversorgt und in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht.
Alle beteiligten Personen konnten gerettet werden und erfreuten sich im Anschluss an einem Imbiss und Heißgetränken.
Die Feuerwehrkameradinnen und Kameraden stellten im Anschluss den Bus wieder auf die Räder um einen einfachen Abtransport sicher zu stellen.

Wir möchten uns natürlich bei allen Beteiligten recht Herzlich bedanken.
Die Damen, Kinder und Herren als Statisten, ABI Alois Brenner Abschnittskommandant Stv. Abschnitt Wolkersdorf und HBI Christian Schantl Kdt Stv. FF Deutsch Wagram als Übungsbeobachter, OBI Wolfgang Aichinger mit der FF Auersthal als Unterstützung der gemeinsamen Übung und Vorbereitungen, den Roten Kreuz Gänserndorf und OBI Roman Hirschvogel FF Bockfließ für die hervorragende Ausarbeitung.
PS: Dank natürlich auch den zahlreichen Zusehern der Übung!


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

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